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Hass, Rassismus, Sexismus: Rechter Shitstorm gegen Mai Thi Nguyen-Kim

Aktualisiert am 12.05.2021 Veröffentlicht
Bild zeigt die ZDF-Journalistin MaiThiNguyenKim

Es war wohl – leider – nur eine Frage der Zeit, bis Hass und Dummheit auch
Mai Thi Nguyen-Kim (#MaiLab via youtube) ins Visier nehmen. Anlass: Die Wissenschaftsjournalistin hatte in der ZDF-Talkshow „maybrit illner“unter anderem eine zu große Aufmerksamkeit für die Aktion #allesdichtmachen kritisiert. Schon während der Sendung gehen Covidioten und Querschwurbler in sozialen Medien steil – allerdings nicht mit Gegenargumenten, sondern – wie zu erwarten – mit Beleidigungen und Hassbotschaften.

"Freiheit, Solidarität, Widerspruch – spaltet Corona das Land?"
Die ganze 'maybrit illner'-Sendung vom 29.04.2021 (ZDF Mediathek)

Rassistische Beleidigungen

Die Journalistin Nguyen-Kim wurde 1987 im südhessischen Heppenheim geboren, ihre Eltern stammen aus Vietnam. Im rechten Social Media-Universum reicht das aus, um dumpfen Rassismus zu verbreiten:
Bild zeigt rassistischen Tweet
Quelle: Twitter

Ist aber alles natürlich nur witzig gemeint – „dumme Linke“ selbst schuld, wenn sie darüber nicht „auch mal lachen“ können:

Bild zeigt rassistischen Tweet
Quelle: Twitter

Mai Thi reagiert mit "Aufklärungs-Superspreading-Event"

Weil parallel zur zunehmenden Bekanntheit von maiLab auch die Zahl der Hasskommentare sprunghaft anstieg, wollen Nguyen-Kim und ihr Team in Zukunft deutlicher gegen Hasskommentare vorgehen. „Wir müssen reden“ ist der Titel eines youtube-Videos, in dem die Journalistin Kommentar-Regeln vorstellt, die bei MaiLab eingeführt werden.

Löschen und Blocken sollen weiter die Ausnahme bleiben. Aber: in drastischen Fällen könnte das MaiLab-Team sich durchaus auf sein „Hausrecht“ berufen und gegen unerwünschte Hater vorgehen. Weil dem kleinen Team oft die Zeit für das Community-Management fehle, sollen User beleidigende Kommentare melden.

Und dann, sagt Mai Thi, gebe es ja auch noch eine „Geheimwaffe“: einfach ignorieren. „Manche Kommentare diskreditieren sich durch ihre eigene Bananigkeit. Widersteht dem Impuls, eine schlagfertige Antwort zu tippen!“

Harvard, Fraunhofer, Max Planck

Die rechte Blase wird sich wohl auch durch einen Blick in den Lebenslauf von Nguyen-Kim nicht beeindrucken lassen: Harvard University, Fraunhofer-Institut, Max-Planck-Gesellschaft – für Hassschreiber wohl eher böhmische Dörfer. Und Grimme Online Award, Webvideopreis, Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis, Goldene Kamera Digital Award, Journalistin des Jahres (Medium Magazin) wohl nur eine Bestätigung dafür, dass die Systemmedien eine der ihren mit Preisen pampern. „Ansonsten kennt die keiner…“ 

Bild zeigt Tweet
Quelle: Twitter

"Was für ein Luftpumpenorchester"

Es geht in der Diskussion übrigens nicht um „Obacht: es gibt nur #MaiLab-Verehrung oder rechts“, wie eine Twitter-Userin schreibt. Es ließe sich ja gut diskutieren über Nguyen-Kims wissenschaftliche Argumente (sie selbst wäre sicherlich dabei), nur: da sieht es bei den „Kritikern“ ziemlich dünn aus. Was bleibt sind Hass und Beleidigungen, die die Person Mai Thi Nguyen-Kim ins Visier nehmen – und nicht ihre wissenschaftsjournalistische Arbeit.

Schöner Effekt des Shitstorms: Unter Team #MaiLab und #TeamMaiLab sammeln sich Hunderte Solidaritätskundgebungen…

Bild zeigt Solidaritäts-Tweets

Die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim ist im Netz viel Hass ausgesetzt. Im ZEIT-Gespräch sagt sie, was gegen Verschwörungstheoretiker und Fake News hilft.

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